Michi Wärthl - Gipfelerfolg Shivling

“Am 05.10.2014 konnte ich den Shivling 6543m zu meiner Liste der schönsten Berge der Welt hinzufügen. Er gilt als einer der schönsten Berge der Welt und ist auch bekannt als das Matterhorn Indiens. Nach harter Arbeit beim Versichern und Fixieren mit insgesamt 1200m Fixsseil, konnten wir zu sechst den Gipfel erreichen. Bereits am 30.09. waren wir dem Gipfel schon recht nah gekommen, mussten aber nur 200m unterhalb umkehren. Die Schwierigkeiten der Gipfelflanke, 45-50° steiles Blankeis unter einer dünnen Pulverschneeschicht, überraschten uns. Wir hatten weder genug Zeit noch adäquate Eisgeräte und auch nicht die Nerven in unserem konditionell angeschlangenen Zustand sicher diese Flanke hinauf, geschweige denn wieder hinunter zu pickeln. Deshalb entschieden wir uns schweren Herzens für einen späteren, zweiten Versuch. Am 05.10. um 10.30 Uhr war es dann soweit. Bei bestem Wetter stehen die ersten von uns am Gipfel dieses Traumbergs. Bis um 11.30 Uhr erreichen insgesamt sechs von uns den Gipfel, Michael Studer, Michael Wärthl, Claus Haberda, Singi Lama, Rudolf Zuber und Renato Bernard. Für Claus geht damit ein 28 Jahre alter Traum in Erfüllung, solange ist es nämlich her, seitdem er den Berg auf dem Cover eines Jahrbuchs des deutschen Alpenvereins gesehen hat…
Schlußendlich liegen erheblich größere Schwierigkeiten hinter uns, als das, womit wir gerechnet hatten. So musste ich teilweise Seillängen bis M5 bewältigen und an der Seracstufe auf 6100m warteten sogar zwei überhängende WI6 Seillängen auf mich, die mir auf dieser Höhe und mit nur 4 Eissschrauben schon sehr viel abverlangten. Außerdem ist es um gute Lagerplätze recht schlecht bestellt am Westgrat und so mussten wir unbequeme Nächte zu dritt in unseren neuen Salewa-Zelten in Kauf nehmen. Wir mussten schon froh sein, überhaupt irgendwie 3 Zelte im Hochlager auf 5500m aufstellen zu können, die Auswahl an passenden Plätzen stelle sich von vorneherein nicht. Singi, unser nepalesischer Hochträger und ich selbst waren über drei Stunden beschäftigt, die Plattformen für die Zelte zu erstellen. Im Abstieg hieß es dann auch nochmals vollste Konzentration, da wir die Gipfelflanke, jeder für sich, alleine hinunter klettern mussten. Alles verlief bestens und Dank unserer Fixseile saßen die meisten schon am selben Abend wieder in unserem schönen Basecamp auf den Wiesen von Tapovan. Am darauffolgenden Tag waren dann alle gesund zurück und auch unsere beiden Lager auf 5100m und 5500m komplett geräumt.
Ein großer Dank noch an den super Teamspirit der Mannschaft sowie Rucksacktours und Amical Alpin für die hervorragende Organisation! Und an meine Sponsoren, danke SCARPA, Salewa, Julbo.“