NEWS - Makalu 8.485 m Expedition 28.04.2016

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23.04.2016 im BC angekommen

 

Nach einem sehr beeindruckenden und auch anstengenden Trekking, erreichten unsere Teilnehmer am 19.04.2016 das Hillary Basecamp. Nach einem Ruhetag und etwas Erholung ging es mit der gesamten Mannschaft zwei Tage später am 23.04.2016 weiter ins ABC auf ca. 5.685 m das eigentliche Ausgangslager für die Besteigung des Makalu.

Dort hieß es sich zuerst einmal im Einzelzelt einrichten und die gesamte Ausrüstung sortieren. Einen Tage später starteten die ersten Teilnehmer bereits das erste mal nach Lager I, um den Körper langsam an die Höhe zu akklimatisieren. Nach dem die Teams dort angekommen sind und wir die letzten Wetterdaten übermittelt hatten, entschieden sich einige Teamitglieder dort eine Nacht zu verbringen. Am nächsten Tag unternahmen die Teilnehmer einen weiteren kleinen Aufstieg Richtung L II und schliefen noch einmal in Lager I um am nächsten Tag pünktlich zur Puja wieder zurück im BC zu sein.

 

27.04.2016 Puja

Bei dieser für die Sherpas und Begleitmannschaft sehr wichtigen Prozedur, werden die Geister und der Berg milde gestimmt. Dies ist auch für unsere Teilnehmer eine ganz Wichtige Zeit und man kann noch einmal in sich gehen. 

 

29.04.2016 Aufstieg nach Lager I 6600 m

Nach einigen Ruhetagen im BC befinden sich unsere Teilnehmer im Aufstieg nach Lager I und sind gerade sicher dort angekommen. Die letzten Wetterdaten schauen gut aus und so wird das Team versuchen morgen nach Lager II zum Makalu La aufzusteigen. Der Anstieg mit schwerem Gepäck war sehr anstrengend und unser Team versorgt sich gerade in Lager I. Wir sind sehr zuversichtlich, dass bevor im 02.05. eine kurze Störung hereinzieht unsere Teilnehmer eine Nacht in Lager II verbringen können und damit schon sehr gut akklimatisiert am 01.05. zurück im BC sein werden.

 

Sobald unser Team das Lager II am Makalu La erreicht hat werden wir aktuell darüber berichten.

 

Außführlicher Bericht von Helga Söll und Jürgen Greher

 

14. & 15. April 2016

Ab hier geht es zu Fuß weiter!  Es folgt ein landschaftlich beeindruckender, steiler Pfad von der Ortschaft Num hinunter zum Arun, der auf einer luftigen Hängebrücke überquert wird. Danach schlängelt sich der Weg eng an den Hang geschmiegt hinauf zur Ortschaft Seduwa. Das Wetter hat zum Glück bis zur Ankunft  mitgespielt. Der dann folgende Gewitterschauer war zum Glück auch nur von kurzer Dauer.

Tags darauf steht nur eine 3,5-Stunden Etappe nach Tashigaon an. Wir müssen langsam machen, da die Träger mit dem Gepäck nicht nach kommen. 

 

16. April 2016

Heute sind wir durch den wunderschönen Rhododendronwald zur Siedlung Kongma (3500 m) aufgestiegen. Die Träger waren pünktlich, so dass alles perfekt gepasst hat und alle in den Zelten liegen. Leider ist das Wetter nicht ganz so toll. Vergangene Nacht hat es mehr oder minder durchgeregnet und gewittert. Die Zelte sind patschnass! Die Wettervorhersage für die kommenden zwei Tage ist leider auch nicht berauschend! Es soll weiter viel Regen fallen. Der dadurch entstehende Nebel lässt die traumhafte Landschaft verschwinden.

Bis zum vorgeschobenen Basislager (ABC) können wir leider keine Fotos schicken, da die Ladestation für die Akkus erst dort wieder zur Verfügung steht. Dieses Jahr stehen insgesamt recht wenig Träger zur Verfügung und so wird unser Hauptgepäck von Num aus per Hubschrauber ins ABC geflogen. Christoph, die die Homepage macht, war 2010 auf unserer Makalu-Reise dabei und ergänzt den Verlauf unserer Reise mit den Bildern von damals. Aktuelle Bilder folgen dann vom ABC aus und werden an den entsprechenden Stellen eingefügt.

 

17. April 2016

Wir verlassen Kongma bei strahlendem Sonnenschein und laufen los in Richtung Shipton La (ca 4200 m). Langsam kommen jedoch wieder mehr und mehr Wolken und Nebel auf. Um 13 Uhr beginnt es dann zu regnen. Nach dem langen Abstieg ins Tal des Barun-Tal sind alle froh, in einem trockenen Zelt und einem mollig warmen Schlafsack zu liegen! Das Abendessen im Freien hat auch seinen Charme und wir rasten uns von der etwas längeren Etappe aus. Wie es ab hier weiter geht ist noch nicht so ganz klar. Die Lodges, die wir für unsere Träger als Schlafplatz und für uns zum Kochen und Essen eingeplant hatten, haben leider noch nicht alle offen. Wir werden sehen...

 

18. April 2016

Der heutige Morgen begann mit einem Freiluftfrühstück unter strahlender Sonne!

Anschließend ging es auf eine landschaftlich besonders schöne Etappe! Erst schlängelte sich unser Pfad durch satt blühenden Rhododendron, dann tauchten wir in einen verwunschenen Märchenwald ein. Die mit Moos überzogene, knorrige Bäume von deren Ästen zottelige Flechten herabhingen und die leise vor sich hin gluckernden Bäche lassen Szenen aus "einem Land vor unserer Zeit" entstehen.

Über einige Hochalmen erreichten wir Langmale. Der aufziehende Nebel lässt die ab und zu am Wegrand auftauchenden Yaks gespenstisch wirken.

Gegen Mittag begann es dann auch noch etwas zu regnen, später mischte sich auch ein klein wenig Schnee mit dazu. Das Intermezzo war jedoch nur von kurzer Dauer und jetzt ist schon wieder alles abgetrocknet. Eben lassen wir den Tag noch mit einem gemütlichen Witzeabend ausklingen. Morgen geht es dann bis ins Hillary-Basecamp, damit ist einer der anfangs verlorenen Tage wieder aufgeholt.

 

19. April 2016

Das Hillary-Basecamp haben wir heute nach einer eher entspannten Etappe bereits um 11 Uhr erreicht. Auch heute meint es das Wetter gut mit uns und so ist das Haare waschen und rasieren (also das mit dem rasieren war ich, Helga das mit den Haaren) trotz des kalten Wassers nicht ganz so schlimm! Jetzt am Nachmittag ziehen wieder verstärkt Wolken ins Tal - der Rhythmus scheint sich nicht ändern zu wollen.

Morgen steht erst einmal ein Ruhe- und Akklimatisationstag hier auf der Tagesordnung.

 

22. April 2016

Nach den Akklimatisationstagen im Hillary-Basecamp ging es heute einen großen Schritt nach oben ins vorgeschobene Basislager (ABC). Der Aufstieg verlief wie erwartet anstrengend euch grobes, zum Teil sehr steiles Blockgelände. Im Gegensatz zu 2010 verlief dieses Jahr der Aufstieg ein wenig weiter rechts und so konnten wir die Steinschlagzone deutlich früher verlassen. Zum Glück standen beim Eintreffen im Lager die Zelte bereits und so ging es gleich ans sich wohnlich einrichten Einrichten und das Lager organisieren. Ein wenig Ärger gab es dann auch noch, weil drei Gepäckstücke im Lager fehlten. Mittlerweile hat sich das Problem jedoch auch geregelt. Es ist schon ein spürbarer Unterschied ohne Expeditionsleiter unterwegs zu sein.

Jetzt steht für morgen ein erster Gang in Richtung Gletscher an. Helga ist topfit, Jürgen beschäftigt ein Infekt, den er sich bei dem nassen Wetter während des Anmarsches zugezogen hat. Kaum zu glauben, dass dies bereits die zweite Woche der Tour ist! Viele Grüße gehen Nach Blaubeuren und vielen Dank an die Mitarbeiterinnen Frau Endres, Freu Gaissmaier und Frau Kirsamer und natürlich an Dr. Wolschner.

 

23. April 2016

Nach einigen Akklimatisationsausflügen rund um das ABC soll es morgen zum ersten Hochlager gehen. Dort wollen wir zwei Nächte verbringen und uns so an größere Höhenlagen gewöhnen. Mal sehen, wie weit unsere bisherige Anpassung schon ist und was unser Kopf dazu sagt. Vor allem im Liegen kommt während der ersten Nächte in so großer Höhe oft Kopfschmerz auf.

 

Vergangene Nacht hatten wir hier im ABC furchtbaren Wind und wir fühlten uns sehr stark an das dritte Hochlager am Gasherbrum II erinnert ("Hallo Jörg!"). Heute gab es eine deftige Vesper mit Speck, Käse, saueren Gurken und Silberzwiebeln! Wir haben unsere Vorratstonnen sortiert und dabei kamen diese Schätze zum Vorschein! Das bedeutet, dass es jetzt zusätzlich feine Sachen als Ergänzung zum täglichen Essen gibt.

Aber nicht falsch verstehen: unser Koch Nita macht prima Essen! Heute gab es eine leckere Pizza! Gestern waren es Hühnchen, Pommes ("Hallo Nils!") uns Spaghetti auf der heißen Platte.

So gestärkt können wir dem geplanten Ausflug nach C1 gelassen entgegen sehen!

 

24. April 2016

Heute ging es endlich los in Richtung Berg! Ein Teil der Gruppe wollte lediglich einen Transportgang für ihr Materialdepot unternehmen, wir aber wollten da oben zwei Nächte schlafen und uns so besser an die Höhe anpassen.

Dem entsprechend waren die Rucksäcke dick bepackt und entsprechend schwer! Schlafsäcke, Isomatten, Kocher, Bekleidung, Essen, Steigeisen, Gurt und alles was sonst noch dazu gehört mussten mit hinauf getragen werden. Das Zelt und den Brennstoff für die Kocher übernahm der Sherpa Peema. Bisher war er der Sirdar der gesamten Gruppe (so eine Art "Reiseleiter"), hier am Berg unterstützt er ausschließlich Helga und mich.

Nachdem die Sonne erst gegen acht Uhr das ABC erreicht und sowohl das Frühstück als auch das Packen bei Sonne deutlich angenehmer ist, sind wir in aller Ruhe gegen neun Uhr losgelaufen. Zeitnot hatten wir ja keine. 

Das erste Stück führt uns durch sehr unwegsames Geröll und Blockwerk über die Moräne und, höher oben dann, den mit Schutt bedeckten Gletscher. Alles wackelt und rutscht! Diese Strecke ist einfach schrecklich zu laufen, vor allem mit dem dicken Rucksack auf dem Rücken! Sollte man einmal einen Feind in die Berge schicken wollen: dieser Abschnitt ist dafür super geeignet!

 

Einmal auf dem eigentlichen Gletscher angekommen ging es mit dem Laufen deutlich besser, Dank der Höhe fühlten wir uns aber trotzdem wie zwei Schnecken mit Asthma. Alles in allem lief es jedoch ganz gut und so konnten wir auf 6150m unsere Zelte aufschlagen. Für alle, die diese Ecke kennen: das ist kurz vor der ersten Steilwand. Die Kollegen Eelco und Frank waren zusammen mit deren Sherpa Karma auch mit dabei. Unsere erste Nacht in über 6000m Höhe verlief dann recht positiv, auch wenn der Untergrund eher an eine Buckelpiste erinnerte. Mit allem was wir zur Verfügung hatten versuchten wir die "Hügellandschaft" unter unserem Zeltboden auszugleichen.

Trotz des in der Nacht einsetzenden Sturms haben wir gut geschlafen und der nächste Morgen empfing uns mit strahlendem Sonnenschein! So kann es weitere gehen! 

 

25. & 26. April 2016

Am Morgen folgt der Aufstieg zum nächsten Lagerplatz, in diesem Jahr als "Lager 1" benannt, auf etwa 6400m Höhe. Um dorthin zu gelangen, müssen wir durch die erste, etwas steilere Eiswand. Zusammen mit den Sherpas Peema und Karma haben wir hier zwei Zelte aufgestellt. 

Das Wetter ist bestens, die Sicht überwältigend.

Gegen Mittag steigen wir weiter bis auf etwa 6500m auf. Von hier aus wollen wir einen Blick auf die Folgestrecke in Richtung Makalu La werfen. Erschreckend wie sehr der Gletscher dort zurück gegangen ist! Vielleicht kann Christoph ein Bild von 2010 daneben stellen, um den Unterschied sichtbar zu machen. (Kann er. Siehe unten.) Der Wind war wieder heftig, Helga hat es beinahe weggeweht.

In der Nacht nahm die Windgeschwindigkeit sogar noch weiter zu. Aber was kann man da schon machen!? Einfach schlafen!

Morgens ging es dann wieder zurück ins ABC. Duschen ist echt spitze! Genauso wie viel essen!

Während unserer Abwesenheit sind die Teammitglieder Martin, Bernadette und Andreas aus gesundheitlichen Gründen nach Kathmandu ausgeflogen worden.

Auch Hannes ist leider höhenkrank geworden und zum Hillary-Basecamp abgestiegen. Hoffentlich ist er bald wieder bei uns! Mal sehen.

 

27. & 28. April 2016

Die anderen sind heute auch wieder von ihren ersten Übernachtungen weiter oben zurück ins Basislager abgestiegen, um an unserer Puja teilnehmen zu können.

Karma, der Sherpa, der Eelco und Frank begleitet, ist ein Lama. Das bedeutet, er hat acht Jahre lang eine Ausbildung im Kloster bekommen und ist nun berechtigt, die für den weiteren Aufstieg wichtige Zeremonie zu leiten. Er erzählt, dass er mit zehn Jahren in ein Kloster kam, das etwas unterhalb von Lukla im Khumbu-Tal liegt.

Zuerst hat er den ganzen Morgen aus Tsampa (eine Art Gerstenbrei) Figuren geformt und diese dann anschließend mit Butterornamenten geschmückt. Derweil haben die Anderen den Altar aufgebaut und es wurde eine große Schale mit Popcorn, Keksen, Chips, Schokolade, Fettgezogenem und Nüssen gefüllt, von dem dann jeder während der Feier essen musste. Zusätzlich wurden Bierdosen oder Colaflaschen mit Butter gesegnet und alle bekamen ein Getränk.

Es war sehr eindrucksvoll und jetzt sind wir offiziell bereit und mit dem Segen der Götter versehen, um den Berg zu besteigen. Als Zeichen bekamen wir je einen kleinen roten Faden fest verknotet um den Hals. Dieser Faden wurde vorher in Kathmandu speziell von einem Oberlama geweiht.

Bei der Puja legt man auch Ausrüstungsgegenstände mit auf den Altar. Wir hatten unsere Helme und die schweren 8000er Schuhe dazu gestellt. Nils schau mal genau hin was oben an den Schuhen hängt! Ja, Deine Glücksschweinchen sind dabei und gehen ganz nach oben! Für alle anderen: Diese kleinen Schweinchen haben wir in Blaubeuren von unserem Fan Nils (1. Klasse Blautopfschule) geschenkt bekommen.

 

Der 28. April ist noch einmal Ruhetag! Die Ausrüstung für den nächsten Aufstieg wird zusammengestellt und der Rucksack gepackt!

Der weitere Plan sieht so aus, dass wir das bis zum 01. Mai als "gut" vorhergesagte Wetter nutzen wollen.

Also am 29. April Aufstieg bis ins zweite Hochlager zwischen 6600m und 6800m, je nach dem, wo wir ein nettes und geschütztes Plätzchen finden. 

 

Am 30. April wollen wir weiter bis zum Makalu La und dort das dritte Lager auf etwa 7400 m aufbauen. Wenn alles passt wollen wir dort dann eine Nacht verbringen und am 01. Mai ins ABC absteigen. Danach ist schlechtes Wetter angesagt... Wir werden sehen!

 

(c) Alle Texte und Bilder aus dem Blog von Helge Söll und Jürgen Greher Rock and Snow

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Kommentare: 8
  • #1

    Andre Günzel (Freitag, 29 April 2016 20:00)

    Hallo Richi, ich wünsche Euch super Verhältnisse, bestes Wetter und das nötige Glück !

    Alles Gute aus dem Allgäu. Andre

  • #2

    Marta (Sonntag, 01 Mai 2016 09:16)

    Lieber Richie
    Ich schick Dir good vibes, gute Bedingungen ... Und drück einfach die Daumen!- allen!- big hug, marta

  • #3

    Albert Steinbacher (Sonntag, 01 Mai 2016 17:56)

    Liebe Helga Lieber Jürgen, Ois Guade und viel Erfolg.Kommt wieder gesund hoam.
    Gruß Albert

  • #4

    Moritz (Montag, 02 Mai 2016 15:09)

    He Hannes,
    Olle Eberfinger wünschn dir und deine kumpane a schens wedda und eus guade.
    Kemmts olle guad nauf und a wieda ro.
    Deine Eberfinga

  • #5

    Holger (Dienstag, 03 Mai 2016 09:38)

    Hallo Torsten,
    danke für die Karte!
    Ich drücke Dir und Euch allen die Daumen!!!
    GLG, Holger

  • #6

    Marie-Luise (Dienstag, 03 Mai 2016 16:01)

    Hoi Richie! Alles Gute auch von mir, super Verhältnisse und toi toi toi!! Wink mal Richtung Allgäu, wennst auf em Gipfi steahst ;-)) Lg, Marie-Luise

  • #7

    Bernd (Montag, 09 Mai 2016 21:11)

    Hallo Torsten,
    hattest Du Geburtstag ? Herzlichen Glückwunsch ! Alles Gute, viel Glück und bleib gesund.
    Viel Erfolg wünscht Bernd

  • #8

    Sabine Landmann (Donnerstag, 12 Mai 2016 07:40)

    Hallo zusammen,
    ich wünsche Euch alles erdenklich Liebe und Gute und super Wetter. Wir hatten auch grade unseren Trek bis zum Base-Camp, ist einfach gigantisch da oben.

    Sabine